
von bad_Monkey
So, und wieder ein neues Chap... hat dieses Mal ein bisschen länger gedauert aber spät ist ja besser als nie =)
Lg Bad_monkey
@miss kim johonson: Danke für deine Kommi, naja um mehr über Julias Geheimnis herauszufinden musst du wohl noch ein bisschen warten... ich hoffe das Kapitel hier gefällt dir!
Was würde ich tun, wenn ich morgen sterben würde?
Severus Snape wusste, dass er sich langsam Gedanken über diese seltsamen Botschaften machen sollte. Er wusste auch, dass hier offensichtlich jemand sein Spiel mit ihm trieb. Es kamen erstaunlich wenig Menschen dafür in Frage. Normalerweise würde er seine Schüler für irgendwelche Streiche verantwortlich machen, doch irgendetwas sagte ihm, dass das hier kein Streich war. Es ging um irgendetwas anderes – und ihm kam niemand in dem Sinn, der irgendetwas von ihm könnte wissen wollen, das dem Charakter dieser Fragen hatte.
Trotz allem trieb es ihn dazu, über die Frage nachzudenken. Er stellte sich vor, dass morgen der letzte Tag seines Lebens wäre und was er dann wohl tun würde. Der Gedanke, all das Schlechte dass er in seinem Leben getan hatte wieder gut zu machen gefiel ihm – aber dafür würde er wohl noch ein Leben benötigen, geschweige denn einen Tag.
Er dachte an die vielen Menschen, denen er Leid zugefügt hatte, auf die unterschiedlichsten Weisen. Er vermutete, dass das Gefühl das sich in seiner Magengegend zusammenbraute Schuldgefühle waren. Vielleicht war es auch Trauer.
Wieder gut machen würde er wohl nichts können, doch vielleicht könnte er sich entschuldigen. Vermutlich müsste er sich bei all seinen Schülern entschuldigen. Es überraschte ihn, dass er als erstes an Neville Longbottom dachte. Dieser unfähige, tollpatschige und trottelige Junge war heute Leiter der Auroren-Abteilung.
Severus seufzte. Die Liste der Menschen, denen er etwas angetan hatte war unendlich. Die meisten davon waren nicht mehr am Leben – viele durch seine Hand gestorben. Er fühlte sich elend. Er würde es nie schaffen, bei den restlichen persönlich um Verzeihung zu bitten. Vermutlich müsste er allen einen Brief schreiben.
Wenn er sich entschuldigt hatte, würde er Albus' Grab besuchen – und dann Lillys. Er würde Blumen niederlegen und sich dafür schämen, nicht um sie weinen zu können. Er würde nach Schottland apparieren. Dort würde er in ein kleines Restaurant gehen und ein Steak mit Bohnen essen. Es würde schrecklich schmecken, doch er würde den Ort wieder erkennen und die Kellnerin und vielleicht würde die einzige Liebeserklärung die er je einem Menschen gemacht hatte immer noch dort sein, in den Stamm einer alten Eiche geritzt. Und vielleicht würde es sich wieder genauso anfühlen wie an dem Tag, an dem er mit Julia dort gewesen war.
Er würde das Haus seiner Eltern besuchen – sein Haus – und es niederbrennen, damit er nichts aus dieser schrecklichen Zeit zurücklassen würde. Er würde zum Grab seines Vaters gehen und ihm sagen, wie sehr er ihn hasste und hoffen, dass dieser es irgendwie hören konnte.
Er würde Gryffindor mindestens fünfhundert Hauspunkte geben - für die Ungerechtigkeit die er ihnen hatte zukommen lassen.
Dann würde er ein Fläschchen Felix felicitis trinken und sich daraufhin auf die Suche nach Julia machen. Er wollte nicht mit ihr sprechen, er wüsste nicht einmal was er ihr sagen sollte – doch er wollte sie noch einmal sehen, noch einmal lachen hören. Sicherstellen, dass es ihr gut ging. Und dann konnte er sterben.
Severus blickte auf das Blatt Papier vor ihm. Er hatte sich schon vor dessen Eintreffen dafür entschlossen, nichts mehr darauf zu schreiben. Der letzte Zettel war auch verschwunden und Severus war nicht ganz wohl dabei, dass jemand seine Gedanken kannte. Doch der Blick nach unten ließ ihm einen Moment den Atem anhalten. Langsam erschienen auf dem Papier fünf Wörter, es musste mit irgendeinem Zauber belegt sein.
Ich würde beginnen zu leben.
Snape seufzte. Offenbar kannte jemand seine Gedanken schon längst. Er wusste, das Magie im Spiel war – doch es musste schon ein verdammt guter Zauberer sein, der so etwas zustande brachte.
Ohne lange zu überlegen und ohne wirklich zu wissen, warum er es tat nahm er eine Rolle Pergament hervor und begann damit, die richtigen Worte zu finden. Er war nicht oft in die Verlegenheit gekommen, sie bei jemanden zu entschuldigen, doch irgendeinmal musste er wohl damit beginnen. Er machte sich auf eine lange Nacht gefasst, während er Neville Longbottoms Name an das obere Ende des Blattes schrieb.
TBC
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